Syndrom der multiplen mitochondrialen Dysfunktionen Typ 3

Eine seltene neurometabolische Erkrankung, die auf einem Liponsäure-Biosynthesedefekt beruht, mit einem sehr variablen Phänotyp, der typischerweise durch eine früh einsetzende akute oder subakute Entwicklungsverzögerung oder -rückbildung gekennzeichnet ist, die häufig mit Fütterungsproblemen einhergeht. Der klinische Schweregrad ist variabel und kann von milden Fällen, die einen späteren Beginn mit langsamer neurologischer Verschlechterung und allgemeiner Verbesserung im Laufe der Zeit aufweisen, bis hin zu schweren Fällen mit klinischen Anzeichen seit der Geburt reichen und zum frühen Tod führen. Zu den assoziierten Manifestationen gehören Hypotonie, Sehverlust, Atemversagen, Krampfanfälle und intellektuelle Entwicklungsstörungen. Die Magnetresonanztomographie des Gehirns zeigt häufig eine kavitierende Leukoenzephalopathie mit Läsionen in der periventrikulären/zentralen weißen Substanz und den parieto-okzipitalen Lappen.
Art der Erkrankung Krankheit
Vererbungsart Autosomal-rezessiv
Manifestationsalter Kleinkindalter, Neugeborenenzeit
Weiterführende Informationen Orphanet Expert Link

Symptome

Sehr häufig (99-80%)
  • Hypotonie (Hypotonia)
  • Regression in der Entwicklung (Developmental regression)
Häufig (79-30%)
  • Fütterungsschwierigkeiten im Säuglingsalter (Feeding difficulties in infancy)
  • Polyhydramnion (Polyhydramnios)
  • Periventrikuläre weiße Substanz-Hyperintensitäten (Periventricular white matter hyperintensities)
  • Kavitierende Leukodystrophie (Cavitating leukodystrophy)
  • Verminderte Aktivität des mitochondrialen Komplexes II (Decreased activity of mitochondrial complex II)
  • Globale Entwicklungsverzögerung (Global developmental delay)
  • Muskelschwäche (Muscle weakness)
  • Erhöhte Glycinkonzentration im Liquor (Increased CSF glycine concentration)
  • Erhöhtes Liquor-Laktat (Increased CSF lactate)
  • Dünner Corpus callosum (Thin corpus callosum)
  • Seizure (Seizure)
  • Sehbehinderung (Visual impairment)
  • Erhöhte zirkulierende Laktatkonzentration (Increased circulating lactate concentration)
  • Atemstillstand (Respiratory failure)
  • Gelenkkontraktur (Joint contracture)
  • Leukodystrophie (Leukodystrophy)
  • Geistige Behinderung (Intellectual disability)
  • Hyperglyzinämie (Hyperglycinemia)
  • Verminderte Aktivität des mitochondrialen Komplexes I (Decreased activity of mitochondrial complex I)
  • Spastizität (Spasticity)
Gelegentlich (29-5%)
  • Laktatazidose (Lactic acidosis)
  • Mikrozephalie (Microcephaly)
  • Apnoe-Episoden im Säuglingsalter (Apneic episodes in infancy)
  • Erhöhte Hirnlaktatwerte durch MRS (Elevated brain lactate level by MRS)
  • Zerebrale Atrophie (Cerebral atrophy)
  • Nystagmus (Nystagmus)
  • Verminderte Aktivität des mitochondrialen Komplexes IV (Decreased activity of mitochondrial complex IV)
  • Polymicrogyria (Polymicrogyria)
  • Optikusatrophie (Optic atrophy)