Sirenomelie

Eine seltene letale kongenitale Anomalie, die möglicherweise die schwerste Form der kaudalen Dysgenesie darstellt. Sie ist gekennzeichnet durch eine Verschmelzung der unteren Extremitäten (nixenartig), die immer mit schweren Anomalien des Urogenital- und Gastrointestinaltraktes einhergeht. Die phänotypische Variabilität ist darüber hinaus sehr groß und äußert sich in muskuloskelettalen und kardiopulmonalen Anomalien sowie in Anomalien des zentralen Nervensystems. Häufig wird über Becken-/Sakralanomalien der Wirbelsäule, Fehlbildungen der inneren und äußeren Genitalien, Agenesie der Nieren, fehlende Blase und Rektal-/Analatresie berichtet. Die meisten Kinder werden tot geboren oder sterben bei der Geburt oder kurz danach. Die Sirenomelie kann nach den Phänotypen der Gliedmaßenfehlbildungen klassifiziert werden. Aufgrund von Ähnlichkeiten wird die Unterscheidung zwischen Sirenomelie, kaudalem Regressionssyndrom, familiärer kaudaler Dysgenesie und der VACTERL/VATER-Assoziation diskutiert.
Klassifikation & Codes
ICD-10 Q87.2 ICD-11 LD2F.12 OMIM 600145 MONDO 0017850 UMLS C0037205 GARD 7652 MedDRA 10072457
Art der Erkrankung Fehlbildungs-Syndrom
Vererbungsart Nicht anwendbar
Manifestationsalter Neugeborenenzeit, Vorgeburtlich
Prävalenz <1 / 1 000 000 (Punktprävalenz, Weltweit)
Weiterführende Informationen Orphanet Expert Link

Symptome

Sehr häufig (99-80%)
  • Zweideutige Genitalien (Ambiguous genitalia)
  • Analatresie (Anal atresia)
  • Fehlen des Kreuzbeins (Absence of the sacrum)
  • Sirenomelia (Sirenomelia)
  • Nierenhypoplasie/-aplasie (Renal hypoplasia/aplasia)
  • Anomalien des Harnsystems (Abnormality of the urinary system)
Häufig (79-30%)
  • Tracheoösophageale Fistel (Tracheoesophageal fistula)
  • Spina bifida (Spina bifida)
  • Anomalien des kardiovaskulären Systems (Abnormality of the cardiovascular system)
  • Aplasie/Hypoplasie des Radius (Aplasia/Hypoplasia of the radius)